Zusammenkommen, auseinandersetzen, gemeinsam weitergehen

Die Installation auf der Tempelhofer Freiheit ist eine permanente Einladung zum Gespräch.
Sie besteht aus 7x7 blauen Sitze in zwei konzentrischen Kreisen. Die Lücke im Osten ist ein Hinweis auf die Unvollkommenheit allen menschlichen Strebens und öffnet den Kreis hin zum aufgehenden Licht.

Der Verein Treffpunkt Religion und Gesellschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Gespräch zwischen Menschen unterschiedlicher religiöser, kultureller und weltanschaulicher Herkunft und Prägung zu fördern. Dazu gehört es, sich aufeinander einzulassen, Fremdheit wahrzunehmen und auszuhalten, dennoch beieinander zu bleiben und dann die gemeinsame Verantwortung in der bzw. für die Gesellschaft anzunehmen. Wir halten das Einüben guter zwischenmenschlicher Beziehungen durch ehrliche Kontaktaufnahme statt Kontaktvermeidung oder Schönrederei angesichts vielfacher Diskriminierungen und wechselseitigem Argwohn für eine besonders wichtige Aufgabe. Dafür ist die Installation Anlass und sichtbares Zeichen zugleich.

Die Installation bietet unterschiedliche Kommunikations- und Nutzungsmöglichkeiten. So kann man einander zugewandt sitzen und miteinander reden. Wenn sich ein Kreis nach einer Weile weiterdreht, kann man sich in kurzer Zeit mit vielen Gesprächspartner*innen über eine Frage, ein Thema, eine Erfahrung austauschen. Die sog. Kugellagermethode oder Karussellgespräch (nach Heinz Klippert) bietet Gelegenheit, sich im aktiven Zuhören ebenso zu üben wie in der eigenen Ausdrucksfähigkeit und der Wiedergabe einer fremden Position.

Kontaktieren Sie uns gern, wenn Sie nähere Informationen oder Anregungen wünschen.
Auch wenn Sie die Installation für Gruppenaktivitäten nutzen möchten können Sie uns schreiben. Wir halten dann den Termin für Sie frei.

Entwurf: Gerhard Schlotter
Umsetzung: vorschub, Werkstatt für Objekt- und Prototypenbau

Förderung durch die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (Arbeitsgruppe Reformationsdekade), Evangelischer Kirchenkreis Neukölln, Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Berlin, Landesverband Berlin der DITIB, Spenden

Wir freuen uns sehr über die gut besuchte und schöne Eröffnungsveranstaltung unserer Installation auf der Tempelhofer Freiheit.
Wir danken allen Beteiligten und allen Gästen die dazu beigetragen haben.

Einen ausführlicher Bericht zur Eröffnungsveranstaltung finden Sie im Facettenmagazin.

Hier geht es zum Artikel im Facettenmagazin.

Einige Impressionen der Veranstaltung (zum Vergrößern anklicken)

Einige Grußworte

"Verehrte Gäste,
in einer Welt, in der es trotz der Vielzahl der Menschen schwieriger geworden ist miteinander zu kommunizieren, brauchen wir neue Techniken, wie wir wieder Dialog führen können. Dabei ist der Mensch erschaffen um zu kommunizieren. Das gegenseitige Kennenlernen gehört zur Menschlichkeit dazu. Der Schöpfer erschafft Engel, wenn der Mensch das Gute ausspricht. So passt es, dass hier, auf dem Tempelhofer Feld, im Grünen, also somit in Anwesenheit vieler Engel, die Menschen miteinander sprechen, damit der Schöpfer Engel erschafft, die das Wort in die Herzen tragen. Dabei könnte man die Installation mit der Sitzform von oben gesehen als eine Sonne betrachten. Die Sonne auf Erden symbolisiert bei autochtonen Völkern in Zentralasien einen paradiesischen Ort. Möge der Schöpfer auch diesen Platz zu solch einem Ort machen."
Ender Cetin, Vorstandsvorsitzender der Sehitlik-Moschee

"Dialog - was ist das eigentlich?
Wie nah bringt uns ein Gespräch?
Wie viel bleibt davon?
Fragen, die wir uns im Treffpunkt Religion und Gesellschaft immer wieder stellen, wenn wir unsere freie Zeit damit verbringen, diesen Verein mit Leben zu füllen.
Es war nicht immer leicht, bis hierher zu kommen. Das Jüdische Forum für Demokratie gegen Antisemitismus mit der Vorsitzenden Lala Süsskind kämpft generell gegen Gleichgültigkeit, gegen Feindseligkeit gegen Juden und für gesellschaftliche Teilhabe. Die Teilnahme an diesem Interreligiösen Dialog ist ein Weg dazu.
Und so ist es der Wunsch und Wille, etwas zu bewegen, zum Besseren zu bewegen, der uns, die ehrenamtlichen Teilnehmer und –innen motiviert, gegen alle Widerstände weiterzumachen.
Die heutige Eröffnung der Installation ist deshalb wichtig, weil Ihre Anwesenheit uns zeigt, dass Sie Interesse haben, und das ist Motivation für uns, weiter zu machen. Wir sind noch lange nicht da, wo wir gern wären – bei einem größeren Kreis von Religionsgemeinschaften in unserem Verein, einer größeren Zahl von Aktivitäten und weiteren interessierten Fördermitgliedern.
Aber lassen Sie mich bitte festhalten, dass das, was bisher wir erreicht haben, eine Menge ist:
Wir haben durch unsere Gespräche miteinander so viel Vertrauen zueinander, dass wir auch unangenehme Dinge ansprechen können, aber wir haben vor allem so viel Respekt einander gegenüber, dass wir den anderen in seiner Eigenheit akzeptieren können. Unter diesen Bedingungen ist friedliches Miteinander möglich.
Wenn auch diese Installation in diesem Sinne unter den Besuchern solche Ergebnisse erzielt, dann hat sich das Engagement, die Mühe und die Gestaltungslust gelohnt.
Kommen Sie also wieder her und bringen Sie Menschen und Ideen mit."
Maya Zehden, Vorstand TRG für das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus