Donnerstag, 18. Mai 2017, 18.30 Uhr

Die Frage nach der Homogenität. Einfalt statt Vielfalt?

Nachdem am 16. Februar sich ein Dutzend Menschen aus unterschiedlichen Religionen und Konfessionen über die Frage der Identität in einer multireligiösen Gesellschaft ausgetauscht haben, soll am kommenden 18. Mai das Gespräch fortgeführt werden.

Diesmal wird die Frage der Homogenität im Mittelpunkt stehen. Was ist den meisten Menschen gemein? Was verbindet sie miteinander trotz unterschiedlicher Herkunft, Nationalität oder Religionszugehörigkeit? Im Menschenrechtsdiskurs wird dabei auf das Konzept der menschlichen Bedürfnisse verwiesen. Welche sind das?

Anhand von ausgewählten Textstellen soll dies erörtert und schließlich künstlerisch umgesetzt werden. Mal- oder Zeichenkenntnisse sind dafür nicht erforderlich. 

Donnerstag, 18. Mai 2017, 18.30 Uhr

im Interkulturellen Zentrum Genezareth

Herrfurthplatz 14, Zugang über die Kirche, rechts im Nordflügel!

Besser Gemeinsam ist ein Ort für Begegnungen von Menschen unterschiedlicher religiöser Prägungen und Weltanschauungen, die sich mit Respekt und Offenheit kennenlernen und austauschen möchten. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Kontakt: info@religion-gesellschaft.de oder auf Facebook: https://www.facebook.com/BesserGemeinsam/

Einladung BG 17.pdf
 

Donnerstag, 22. Juni 2017, 18.30 Uhr

Gehört Religion in die Öffentlichkeit?

Im Juni findet „Besser Gemeinsam“ nicht am 3., sondern 4. Donnerstag im Monat statt. Warum? Am 15. Juni feiern die katholischen Christen Fronleichnam. Das tun sie in aller Öffentlichkeit mit einer Prozession rund um den Gendarmenmarkt, beginnend mit Heiliger Messe um 18 Uhr auf dem Gendarmenmarkt (Näheres im Netz hier).

Auch die evangelische Kirche hat vor einigen Jahren die öffentliche Prozession wiederentdeckt und lud am Karfreitag zur Karfreitagsprozession ein, in diesem Jahr nicht nur mit ökumenischer, sondern auch muslimischer Beteiligung! (vgl. hier und hier.)

Vielleicht mögen Sie die Gelegenheit nutzen, diese beiden Ereignisse (oder eines davon) mitzuerleben. Umso spannender wird es sein, (wieder einmal) über die Frage ins Gespräch zu kommen: Gehört Religion in die Öffentlichkeit?

Donnerstag, 22. Juni 2017, 18.30 Uhr

im Interkulturellen Zentrum Genezareth

Herrfurthplatz 14, Zugang über die Kirche, rechts im Nordflügel!

Besser Gemeinsam ist ein Ort für Begegnungen von Menschen unterschiedlicher religiöser Prägungen und Weltanschauungen, die sich mit Respekt und Offenheit kennenlernen und austauschen möchten. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Kontakt: info@religion-gesellschaft.de oder auf Facebook: https://www.facebook.com/BesserGemeinsam/

 

 

Donnerstag, 16. Februar 2017, 18.30 Uhr

Identität in einer vielfältigen Gesellschaft

Impuls: Saba Detweiler, Bahá'í-Gemeinde Deutschland

Vor dem Hintergrund der Entwicklungen in Deutschland, Europa und der Welt in den letzten Jahren und vor allem im Hinblick auf die jüngsten Entwicklungen der letzten ein bis zwei Jahren, scheint es angebracht zu sein, einen Moment inne zu halten, um tiefer über diesegesellschaftlichen Prozesse nachzudenken.

Ein zentrales Element der öffentlichen Wahrnehmung der aktuellen Migrations- und Fluchtbewegungen ist das Verständnis von nationaler Identität. Wir möchten diesmal einem kollektiven Verständnis von Identität Raum geben, der einerseits einen gesunden Patriotismus offen hält, andererseits sich auf eine weit tiefer gehende und umfassendere Grundlage von menschlicher Identität bezieht, die nicht auf Exklusivität beruht.

Wie könnte eine solche kollektive Identität gestaltet werden? Wer und wo beginnt sie, wie entwickelt sie sich weiter? Und vor allem: Wie können nicht nur einige Wenige an dem Prozess der Entstehung einer kollektiven Identität beteiligt sein? Wie kann stattdessen Schritt für Schritt eine universelle Beteiligung daran gefördert und ermöglicht werden?

Veranstaltungsort:

Interkulturelles Zentrum Genezareth, Herrfurthplatz 14, 12049 Berlin, Eingang über das Café Selig
U Boddinstraße - Telefon 030 648 27 543, mobil 0172 801 76 41

 

Donnerstag, 17. November 2016, 18.30 Uhr

Ein Jude in Neukölln

Armin Langer liest aus seinem Buch und fragt: "Sind Muslime die neuen Juden?"

Neukölln sei für Juden nicht sicher, warnte der Antisemitismusbeauftragte der jüdischen Gemeinde Daniel Alter mit Verweis auf den hohen Anteil von Muslimen. Kurz darauf warb der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, für eine Obergrenze bei Flüchtling-en. Sie stießen dabei ins selbe Horn wie Sarrazin, Buschkowsky und die AfD.

Armin Langer, jüdischer Rabbinerstudent und Publizist, lebt in Neukölln und stellt sich diesen Positionen vehement entgegen. Seine erfolgreiche Salaam-Schalom- Initiative beweist, was Muslime und Juden voneinander lernen können und wie Gemeinschaft funktioniert. Eine mitreißende Geschichte, ein unverzichtbarer Apell. 

(Ankündigung des Aufbau-Verlags, bei dem das Buch am 19.9. erscheint)

Veranstaltungsort:

Interkulturelles Zentrum Genezareth, Herrfurthplatz 14, 12049 Berlin, Eingang über das Café Selig
U Boddinstraße - Telefon 030 648 27 543, mobil 0172 801 76 41

Einladung BG 13.pdf
 

Veranstaltungsbericht

Dialog ohne Partner?

Am 2. November hatte der Treffpunkt Religion und Gesellschaft e.V. in Kooperation mit dem Berliner Missionswerk/ Ökumenisches Zentrum und der Humboldt-Universität zu einem Abend über die islamische Dialoginitiative von 2007 "Ein Wort, das uns und Euch gemeinsam ist" ins Interkulturelle Zentrum Genezareth eingeladen.

Die Idee dazu war im Rahmen einer Langzeitfortbildung zu interreligiöser und ökumenischer Kompetenz entstanden. Auf der Tagung zur Vorbereitung einer Studienreise nach Jordanien, die im Oktober stattfand, hatte Dr. Sarah Markiewicz über die Entstehung des "Common Word", wie es meist genannt wird, referiert und die Teilnehmer*innen von der Bedeutung dieses Meilensteins in den christlich-muslimischen Beziehungen überzeugt. Das sollte einem größeren Kreis bekannt gemacht werden!

Da es sich um eine Initiative des Hashemitischen Königshauses handelt, das sich der Einheit der Muslime und einem guten Miteinander zwischen Christen und Muslimen verpflichtet weiß, war die Jordanische Botschaft einbezogen worden und hatte einen Vertreter geschickt.

Etwa 50 Interessierte waren der Einladung gefolgt, darunter einige Teilnehmer*innen der Jordanienreise sowie Student*innen von Dr. Sarah Markiewicz, von denen eine als Muslima zu erkennen war. Sie sollte neben dem Botschaftsvertreter die einzige muslimische Stimme an diesem Abend bleiben, denn der Imam, den wir um einen Kommentar zum Common Word aus muslimischer Sicht gebeten hatten, war nicht erschienen.

Doch der Reihe nach: Anders als üblich gab es orientalische Köstlichkeiten nicht "nach getaner Arbeit", sondern zu Beginn. Das tat der Athmosphäre und dem gegenseitigen Kennenlernen gut!

Nach einem Grußwort des Botschaftsvertreters, in dem er die Bedeutung des Dialogs besonders vor dem Hintergrund des Extremismus unterstrich und eine Einladung zum Besuch in der Jordanischen Botschaft aussprach, ließ Pfarrerin Elisabeth Kruse die Anwesenden in Wort und Bild an einigen Eindrücken von der Studienreise teilhaben.

Dr. Andreas Goetze, Landespfarrer für interreligiösen Dialog, führte in die aktuelle politische Lage in Jordanien und das Selbstverständnis des Hashemitischen Königshauses ein, ehe Dr. Sarah Markiewicz über Anlass, Entstehung und Vision des Common Word referierte.

Es waren die islamistischen Anschläge in Beslan (2004) und London (2005), die Mohammed-Karrikaturen und die Regensburger Rede von Benedikt XVI, die seinerzeit das Engagement des Jordanischen Königshauses, namentlich des Prinzen Ghazi bin Mohammed bin Talal für eine Verbesserung der christlich-muslimischen Beziehungen ausgelöst haben. Der Brief, der an alle christlichen Führer weltweit gerichtet ist, handelt von der Liebe zu Gott und dem Nächsten aus der Sicht des Koran und der Bibel. Beeindruckend ist, dass er von 138 namhaften Gelehrten aller muslimischen Rechtsschulen unterzeichnet wurde und damit eine hohe Verbindlichkeit hat. Die Hoffnung war, auf diesem Wege, über die theologischen Führer Einfluss zum Guten nehmen zu können in die Gesellschaften hinein. Aber bis heute gibt es keine zufrieden stellende Antwort auf die Frage, "how to trickle it down," wie der Prinz sie bei unserm Besuch in Amman in den Raum stellte: Wie können wir die Botschaft unters Volk bringen?

Daran, dass dies ein ernstes Anliegen ist, besteht kein Zweifel. Gleichwohl sind auch die kritischen Fragen zu hören, die Dr. Friedmann Eißler von der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen in seinem Kommentar stellte: Nimmt das Common Word die Christen in ihrem Selbstverständnis wahr und ernst? Darüber wird man weiter im Gespräch bleiben müssen.

In Murmelgruppen hatten die Gäste Gelegenheit, sich über das Gehörte auszutauschen und im abschließenden Plenum ihre Gedanken zu teilen.

"Wenn Muslime und Christen keinen Frieden zwischen einander halten, kann die Welt keinen Frieden finden." Mit diesem Zitat aus dem Common Word hatte Sarah Markiewicz ihren Vortrag begonnen. Auch in schwierigen Zeiten werden wir weiterhin die alltäglichen Begegnungen mit Muslimen gestalten und zusätzliche Begegnungsanlässe suchen müssen.

Pfarrerin Elisabeth Kruse

 

Veranstaltungsbericht

Türkisch... deutsch... zwischen Baum und Borke

Stellen Sie sich vor: Rund 50 Männer und 30 Frauen mit türkischer Zuwanderungsgeschichte folgen der Einladung in eine Kirche, um zu reden. Sie fühlen sich heimisch und öffnen sich. Am Ende bedauern sie, dass die Zeit nicht gereicht hat, um alles loszuwerden, was sie auf dem Herzen hatten.

So war es am 6. Oktober im Interkulturellen Zentrum Genezareth (IZG), als der Treffpunkt Religion und Gesellschaft (TRG) gemeinsam mit Kazim Erdogan von Aufbruch Neukölln e.V. zu einem Abend unter der Überschrift "Türkisch... deutsch... zwischen Baum und Borke, Schweigen hilft auch nicht!" eingeladen hatte. Sie wollten angesichts der Entwicklungen der letzten Monate - von der Böhmermann-Affaire über die Armenier-Resolution bis zum Putschversuch und seinen Folgen - der Fremdheit zwischen Menschen mit und ohne türkische Wurzeln, die in den "Besser Gemeinsam"- Runden des TRG im Sommer zutage gekommen war, etwas entgegen setzen.

Nach einem Impuls von Burkard Dregger, MdA und Migrationspolitischer Sprecher der CDU, konnten die Teilnehmer*innen zwischen einer Gesprächsrunde mit "Redestein", Austausch an kleineren Tischrunden und Murmelgruppen wählen. Einmal mehr haben sich dabei die Räumlichkeiten des IZG bewährt.

Als nach intensiven Gesprächen zusammen getragen wurde, worum es dabei gegangen ist, wurde deutlich, dass, ehe wir über die aktuelle Situation reden können, das zur Sprache kommen will, was in der Vergangenheit im Miteinander gelungen oder eben nicht gelungen ist, und wie es verbessert werden könnte. Also war auch dieser Abend ein Doppelpunkt, der hoffentlich fortgesetzt werden kann. Dann vielleicht auch mit Teilnehmer*innen aus Moschee- und Kirchengemeinden.

Daran, dass sich alle Gäste wohl gefühlt haben, hatte der alevitische Kulturverein Sivasli Canlar e.V. wesentlichen Anteil: Er hatte nicht nur das Buffet mitgebracht, sondern auch wunderbare Live-Musik. Allen Mitwirkenden und Unterstützern (neben den bereits genannten insbesondere der Migrationsbeauftragter des Bezirks Neukölln und die Bürgerstiftung Neukölln N+) sei an dieser Stelle herzlich gedankt.

Pfarrerin Elisabeth Kruse

 

Informationen zu vergangenen Veranstaltungen finden Sie im Archiv.